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Schulstadtrat steht zu deutsch-französischer Europa-Schule in Schmargendorf

„Die positive Nachricht ist, dass in Berlin gebaut wird“, sagt Schulleiterin Eva Heitmann bei der Einschulungsfeier am Samstag an die Eltern und Gäste der Erstklässlerinnen und Erstklässler gerichtet. Und gebaut wird noch heftig an der deutsch-französischen Judith-Kerr-Grundschule (Staatliche Europa-Schule Berlin) im Stadtteil Schmargendorf. Gerüste umspannen einen Teil der Fassade, Fenster sind mit Schutzfolien abgeklebt und Bauabfall donnert durch Schuttrohre in Container. Auf dem Schulhof stehen große Sperrmüllcontainer, davor sind alte Tische und Stühle aufgestapelt. Ein Teil des Schulhofs ist abgesperrt.

 

Nach der ersten Schulwoche hat sich der in jeder Hinsicht heftig aufgewirbelte Staub der umfangreichen Umbauarbeiten dennoch inzwischen ein wenig gelegt, die Schulmöbel sind an die richtige Stelle gerückt worden und damit die meisten Unterrichtsräume inzwischen nutzbar. Bis auf die 2. Klassen konnten die Lehrer/innen und Erzieher/innen den regulären Schulbetrieb nun aufnehmen, berichtet Heitmann am Montagmorgen dem Schulstadtrat von Charlottenburg-Wilmersdorf vor Ort.

Oliver Schruoffenegger (Bündnis 90/Die Grünen) ist der Einladung der Gesamtelternvertretung gefolgt und begrüßt an diesem strahlenden Spätsommermorgen persönlich die neuen Schülerinnen und Schüler und deren Eltern, die mindestens unter ebenso großer Erwartungsspannung stehen, wie die Kleinen. Die Mädchen und Jungen der drei ersten Klassen werden gleich ihre erste Unterrichtsstunde in den umgebauten, frisch renovierten und von den pädagogischen Teams liebevoll hergerichteten Räumen erleben.

Mit seinem Besuch möchte der Stadtrat auch ein positives Signal aussenden, betont er, nachdem die Schule aufgrund des zum Schuljahresbeginn nicht wie geplant abgeschlossenen Bauabschnitts in die Schlagzeilen geraten war. „Diese Europaschule ist mir wichtig“, versichert Schruoffenegger. Dass Kinder aus Familien mit verschiedenen Kulturen in zwei europäischen Sprachen gemeinsam lernen, verbinde und sei in diesen Zeiten das Beste, was man seinen Kindern mit auf den Weg geben kann, so der Politiker. Deshalb unterstütze er den Erhalt der deutsch-französischen Grundschule in seinem Bezirk, hatte er den Elternvertreter/innen in einem Gespräch zugesichert. Er arbeitet mit an Lösungsmodellen für den erhöhten Raumbedarf durch die in den kommenden Jahren zu erwartenden steigenden Schülerzahlen. Auch deswegen, weil an der Europa-Schule multikulturelle Integration funktioniert, Selbstverständlichkeit ist.

Die zweisprachige Staatliche Europa-Schule Berlin (SESB) ist ein Erfolgsmodell. Das belegen die Ergebnisse der jüngsten EUROPA-Studie. Wissenschaftler/innen der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel vergleichen seit 2014 an den 28 Standorten der SESB – von der Grundschule bis zum Abitur – sprachliche, fachliche und interkulturelle Kompetenzen der Schülerinnen und Schüler mit konventionell unterrichteten Schülerinnen und Schülern. Mit der integrierten Erziehung in bilingualen Lerngruppen und einem durchgehend zweisprachigen Unterricht sind soziale Erfahrungen und kulturelle Aktivitäten verbunden. Die Kinder bekommen Einblick in die Kulturen der jeweiligen Partnersprache. Französisch ist als Landessprache auf vielen Kontinenten etabliert, die Judith-Kerr-Grundschule (SESB) ein Abbild dessen und internationaler Mikrokosmos – mitten in Berlin. Vorurteile kommen gar nicht erst auf, stattdessen werden Horizonte erweitert. Mit ihrer Erstsprache bleibt allen Kindern zudem die kulturelle und nationale Identität erhalten. Hier funktioniert das internationale Miteinander – heute schon. Ein Beispiel, das für die Zukunft hoffen lässt.

Mehr zur Staatlichen Europa-Schule Berlin (SESB)
http://www.berlin.de/sen/bildung/schule/besondere-schulangebote/staatlic...

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