Fachgespräch - How digital are the natives?

Fachgespräch - How digital are the natives?

Ergebnisse der ICIL-Studie zu IT-Kompetenzen von Schüler/innen
 
Mit der Aufgabe, einen Link aus einer E-Mail in den Browser zu kopieren, sind rund die Hälfte der Achtklässler/innen in Deutschland überfordert. Das überrascht, denn sie gelten als digital natives, die sich mit schlafwandlerischer Sicherheit durch die digitalen Welten bewegen und auch neueste Technologien souverän beherrschen. Neue empirische Befunde korrigieren jedoch diese Annahme. Es ist Zeit, einen differenzierten Blick auf die IT-Kompetenzen der jungen Generation zu werfen und darüber zu diskutieren, was dies für die Institution Schule bedeutet.
In dem Fachgespräch präsentierte Professorin Dr. Birgit Eickelmann am Freitag, den 27. Februar 2015 die wesentlichen Ergebnisse der im November 2014 erschienenen International Computer and Information Literacy Study (ICILS) vorstellen und auf ausgewählte Aspekte vertiefend eingehen.
 
Neben den Befunden zu den erreichten Kompetenzständen der Schülerinnen und Schüler ging es vor allem um die schulischen Lehr- und Lernbedingungen, die Haltungen und Einstellungen der Lehrkräfte sowie die aus den Ergebnissen ableitbaren Entwicklungsperspektiven für das Schulsystem in Deutschland. Die international vergleichende ICIL-Studie, die in 21 Ländern durchgeführt wurde, hat gezeigt, dass es dem Bildungssystem in Deutschland bisher nicht gelungen ist, diese zentrale fachübergreifende Schlüsselkompetenz systematisch zu fördern.
 
Die Veranstaltung richtete sich an Lehrerinnen und Lehrer, Schulleitungen, Verantwortliche in der Bildungsverwaltung in Ländern und Kommunen, Eltern, Schülerinnen und Schüler sowie bildungspolitisch Interessierte. Im Austausch mit zahlreichen Bildungsfachleuten aus allen Bundesländern wurde diskutiert, was getan werden muss, um die neuen Technologien zielgerichtet und kompetenzorientiert in schulisches Lernen und Lehren zu integrieren. Dazu gehört auch, als Schule auf die sich auflösenden Grenzen zwischen formalen und informellen Kontexten zu reagieren und Lehrkräfte zu befähigen, dies offensiver und aktiver als bisher zu gestalten.
 
Frau Professorin Dr. Birgit Eickelmann (Universität Paderborn) und Herr Prof. Dr. Wilfried Bos (Universität Dortmund) haben die Studie federführend geleitet. Sie hoffen hiermit wegweisende Informationen und wertvolle Anhaltspunkte für die Weiterentwicklung des Schul- und  Bildungssystems in Deutschland vor dem Hintergrund des gesellschaftlichen Wandels bereitzustellen.
 
Region: