Pädagogische Konzeption

Pädagogische Konzeption:

 

1. Pädagogisches Profil der Judith-Kerr-Grundschule
 
Die Judith-Kerr Grundschule gehört zu den staatlichen Europaschulen in Berlin. Sie ist eine gebundene Ganztagsschule mit der Sprachkombination Deutsch - Französisch. Das Konzept des unterrichtsergänzenden Angebots ist ein Teil des Gesamtkonzepts der Schule und wurde von Lehrern/innen und Erziehern/innen erarbeitet, abgestimmt und orientiert sich an der Zielsetzung des Ganztagsbetriebes an der Berliner Schule.
 
Die Judith-Kerr Grundschule hat kein spezifisches Einzugsgebiet, unsere Schüler kommen aus den verschiedenen Stadtbezirken Berlins. Viele Schüler stammen aus Familien, von denen zumindest ein Elternteil die französische Nationalität besitzt bzw. aus einem frankophonen Land kommt.
 
2. Rolle und Aufgaben der Erzieher/innen an der Judith-Kerr-Grundschule
 
Das Hauptziel der Erzieher/innen ist die integrierte Erziehung bilingualer/multinationaler Gruppen und die Schaffung außerunterrichtlicher Erlebnisse und Erfahrungen zur Ausprägung interkultureller Kompetenz. Kenntnisse und Fähigkeiten, die im Unterricht erworben wurden, sollen im unterrichtsergänzenden Angebot gefestigt und vertieft werden. Das Arbeitsfeld der Erzieher/innen ist im gesamten Ablauf des Schulrhythmus eingebunden. (Kernzeit von 07.30 Uhr -16.00 Uhr )
 
2.1. Aufgabenbereiche der Erzieher/innen an der Judith-Kerr-Grundschule
 
    Früh-und Spätbetreuung für Schüler mit zusätzlichem Betreuungsvertrag
    Hof-und Pausenaufsichten; Essenaufsichten in den Kantinen
    Unterrichtsunterstützung und Förderung einzelner Schüler
    Betreuung von Klassen bei Unterrichtsausfall
    Gestaltung der gebundenen und ungebundenen Freizeit
    Gestaltung von Entspannungsphasen
    Hausaufgabenbetreuung
    Gestaltung und Organisation von Höhepunkten (Fest 20 Jahre Europaschule; siehe gesonderte Planung, Grand Prix de la petite Chanson, Europacup, Lesewettbewerb, Theater, Weihnachtsfeiern, Laternenumzug, Galette-Essen, Fasching für Klasse 1 und 2; Eisfasching Klasse 3-6, Atelierfest, Koch AG 3-6 Klasse, Streitschlichter 5-6 Klasse)
    Atelierarbeit (Klasse 3: dienstags; Klasse 4: donnerstags)
    Gestaltung der Freizeitphasen von Klassen 5-6 (montags, dienstags und donnerstags)
    Teilnahme und Durchführung von Elternabenden/Elterngesprächen
    Ferienbetreuung, Erstellung von Ferienplänen
    Teamabsprachen
    Durchführung von Schul - und Klassenprojekten
    Teilnahme an Dienstbesprechungen (montags von 10.00 - 11.30 Uhr)
    Teilnahme an Gesamtkonferenzen
    Arbeit in Gremien
    Erarbeitung einer Gruppenkonzeption 
 
3. Vernetzung von Unterricht und außerunterrichtlichen Angeboten
 
Schule als Ort des sozialen Lernens
 
Durch die Veränderung der Rhythmisierung des Unterrichtes streben wir ein besseres Lernklima an. Wir wollen eine kindgerechte, altersgemäße Rhythmisierung des Schullebens entwickeln. Lern-und Entspannungsphasen sollen sich sinnvoll abwechseln.
 
Ganztagsangebote schaffen mehr Raum für eine engere Begegnung zwischen Schülern, Lehrern und Erziehern. Es entstehen Lernorte, welche die bisherige Unterrichts- organisation verändern (Arbeit in Lernblöcken). Dadurch wechseln Lernangebote mit Freizeitaktivitäten und fördern damit die selbstständige Arbeit und das eigenverantwortliche Lernen der Schüler (altersübergreifendes Lernen durch das ganztägige Miteinander). Dabei kommen insbesondere den Erziehern/Erzieherinnen folgende Aufgaben zu:
 
    Entwicklung der Sprachkompetenz Deutsch-Französisch
    Unterstützung von Bildungsprozessen einzelner Schüler/innen
    Förderung von Schülern/Schülerinnen
    Entspannungsphasen durch gebundene Freizeitangebote
    ungebundenen Freizeit
    Neigungsangebote, Spiel und Sport
    praktische Betätigung (handwerklich- künstlerische Angebote)
    Schaffung von Rückzugsmöglichkeiten (Kuschelecken, Leseecken) 
 
Soziales Lernen (Klasse 1 bis 6)
 
Im Bildungs- und Erziehungsprozess stellt die Schulung der sozialen Kompetenzen der Schüler/innen einen ebenso wichtigen Bestandteil dar wie die Vermittlung von Wissen und Können. Die Erzieher/innen betrachten die Entwicklung der sozialen Kompetenzen als durchgängiges Prinzip ihres pädagogischen Wirkens. Speziell bietet sich darüber hinaus für einige Klassen eine extra dafür vorgesehene Stunde im Wochenstundenplan. Diese nennt sich "soziales Lernen". Sie ist eine Erzieherstunde. Ziele und Inhalte dieser Stunde ergeben sich aus der konkreten Klassensituation. Die Methoden zur Umsetzung sind spezielle Methoden des sozialen Lernens.
 
3.1. Die Schulanfangsphase
 
Die Kinder der ersten und zweiten Klassen lernen in homogenen Klassen. Die Einschulung eines Kindes bedeutet eine starke Veränderung und eine große Herausforderung in seinem Leben. Neue Orte, neue Personen, ein veränderter Tagesrhythmus wirken auf die Kinder ein. Um diesen wichtigen und sensiblen Abschnitt optimal zu begleiten, haben die Pädagogen folgende Aufgaben:
 
    kennenlernen des Familienumfeldes der Kinder: Wird das Kind bilingual erzogen? Welche Beziehung hat das Kind zur französischen Sprache? Welche vorschulische Einrichtung hat das Kind besucht?
    Unterstützung beim "Ankommen" der Kinder in der Schule
    kennen lernen des Klassenverbandes
    Vertrauen aufbauen zu den Pädagogen und den Kindern
    die Kinder unterstützen beim Zurechtfinden mit der neuen Unterrichtsform und den Lernanforderungen
    Freude am Unterricht und an den Freizeitaktivitäten bei den Kindern entwickeln
    regelmäßige Absprachen mit den Eltern führen
    die Kinder regelmäßig beobachten, um den Entwicklungsstand kennen zu lernen und einschätzen zu können 
 
In den Klassen 1-4 arbeiten zwei Lehrer/innen, die jeweils für die deustche oder die französische Lernarbeit der kinder in den Klassen zuständig sind. Zwei Erzieher/innen, eine deutsche und eine französische, sind verantwortlich für die Gestaltung der Freizeitaktivitäten und unterstützen die Lehrer/innen im Unterricht. Das Pädagogenteam einer Klasse arbeitet eng zusammen (gemeinsame Beobachtung, Einschätzungen, Projektplanungen, Vorbereitung von Elternabenden, Elterngesprächen, Klassenfesten, Ausflügen...). Eine Kooperationsstunde für die Pädagogen einer Klasse ist sehr hilfreich, um die Zusammenarbeit kontinuierlich planen gestalten und auswerten zu können.
 
4. Ziele der pädagogischen Arbeit
 
Auf der Grundlage des Schulgesetzes und des pädagogischen Profils der Judith- Kerr-Grundschule haben wir uns folgende Ziele gesetzt:
 
    Förderung der geistigen und sprachlichen Fähigkeiten
    Befähigung der Schüler zur Selbstständigkeit und Autonomie
    Entwicklung von sozialem Verantwortungsbewusstsein und Gemeinsinn
    Förderung der Kreativität
    Ausprägung von Persönlichkeitswerten 
 
Dazu müssen folgende Voraussetzungen geschaffen werden:
 
    Der einzelne Schüler/in soll sich innerhalb der Gruppe wohl fühlen.
    Schaffung einer persönlichen Vertrauensbasis zwischen Schülern/Schülerinnen, Lehrern/Lehrerinnen und Erziehern/Erzieherinnen
    Schaffung einer behaglichen Raumatmosphäre gemeinsam mit den Kindern
    pädagogische Angebote gemeinsam mit den Kindern erarbeiten und abstimmen
    Befähigung der Schüler/innen zur Eigenverantwortung
    Rituale/ Wiederholungen im Alltags-und Unterrichtsprozess; Schaffung einer vertrauensvollen Atmosphäre
    Einsatz des Fördervereins zur Unterstützung der sprachlichen Kompetenz (französisch)
    Erzieher/innen sind die Bezugspersonen und Bindeglied zwischen Schülern - Eltern - Lehrern
    Die Breite des Einsatzfeldes des Erziehers/der Erzieherin im Unterricht und in der pädagogisch- betreuten Freizeit verschafft ihm/ihr ein ganzheitliches Bild vom Schüler/in und hilft Ursachen und Probleme rechtzeitig zu erkennen und Lösungswege aufzuzeigen.
    Erzieher/innen nehmen Einfluss auf die Persönlichkeitsentwicklung des Kindes, schulen Toleranz, Akzeptanz, Solidarität und soziale Sensibilität.
    Die Persönlichkeitsentwicklung des einzelnen Schülers ist durch Anerkennung, Zuwendung, Lob, Geduld und Vertrauen zu fördern.
    Bilinguale Erziehung kann nur erfolgreich realisiert werden, wenn die Eltern die Zweisprachigkeit auch im außerschulischen Bereich unterstützen (zum Beispiel durch französische Spiele, Bücher, Filme, Urlaub in Frankreich etc.) 
 
5. Zusammenarbeit der Schulleitung und der koordinierenden Leitung
 
Die Leitung der gebundenen Ganztagsschule liegt in der Gesamtverantwortung der Schulleiterin.
 
Für die koordinierende Erzieherin erwachsen hieraus folgende Aufgaben:
 
    - Sie nimmt an Arbeitsbesprechungen teil, die der Organisation und dem Informationsaustausch dienen.
    - wirkt bei der Umsetzung des Schulprogramms (Evaluation) und bei der Erstellung des Stundenplanes mit
    - erarbeiten der Dienst- und Urlaubspläne
    - Bestellen von Spiel- und Beschäftigungsmaterial
    - Planung von Veranstaltungen 
 
5.1. Zusammenarbeit der Koordinierenden Leitung mit den Erziehern/ Erzieherinnen
 
Der koordinierende Erzieher ist:
 
    Ansprechpartner für die Lehrer/innen und Erzieher/innen im außerunterrichtlichen Bereich
    koordiniert den Einsatz der Erzieher/innen und den arbeitstechnischen Ablauf
    ist Interessenvertreter der Erzieher/innen gegenüber der Schulleitung und ein Bindeglied zwischen Erziehern/Erzieherinnen und Lehrern/Lehrerinnen
    organisiert und führt, für alle Kollegen verbindlich, wöchentliche Dienstberatungen durch (montags von 10.00 - 11.30 Uhr ); Schwerpunktthemen hierbei sind: Rhythmisierung, Schulanfangsphase, Hausaufgaben, Ateliers, Einzelfallberatung, Projektarbeit, Planung der Höhepunkte, Weiterbildungen
    bespricht Urlaubspläne und AZK - Tage
    organisiert die Ferienbetreuung
    Teilnahme an Schulkonferenzen und anderen Schulgremien
    organisiert die Teilnahme der Kollegen/innen in Arbeitsgruppen der Schule: 
 
        Steuergruppe
        Schulanfangsphase
        Gewaltprävention
        Gestaltung des Schulgebäudes
        Festkomitee/Schulveranstaltungen
        Mitarbeit in den Fachbereichsarbeitsgruppen 
 
5.2. Zusammenarbeit der Lehrer/innen und Erzieher/innen
 
Eine enge Zusammenarbeit zwischen Lehrer/in und Erzieher/in ist von großer Bedeutung, um mit einer gemeinsamen Zielsetzung eine kontinuierliche Arbeit zu erreichen.
 
Deshalb sollten einmal wöchentlich Kooperationsabsprachen angestrebt werden.
 
Inhaltliche Schwerpunkte:
 
    Austausch pädagogischer und sozial-psychischer Informationen
    Abstimmung der Hausaufgaben
    Vorbereitung von Veranstaltungen und Projekten
    Planung und Organisation von Wandertagen
    Erfassen von Fördermaßnahmen und deren Abstimmung
    Förderung von leistungsschwachen Schülern/Schülerinnen und Seiteneinsteigern/Seiteneinsteigerinnen
    Unterstützung der Schüler/innen beim Lernen im Unterricht 
 
6.Organisation und Ablauf an der Ganztagsschule
 
Die Erzieher/innen der Judith-Kerr-Grundschule sind je nach Klassenstufe und Rhythmisierung gestaffelt in den Klassen 1-6 eingesetzt und betreuen die Schüler/innen auf sozialpädagogischem Gebiet und im Unterricht.
 
Im Schuljahr 2014/2015 haben wir folgende Klassenstruktur:
 
    drei 1. Klassen
    drei 2. Klassen
    drei 3. Klassen
    drei 4. Klassen
    zwei 5. Klassen
    zwei 6. Klassen 
 
Die Schülerzahl beträgt ca. 410 Schüler.
 
7. Klassenräume
 
Es stehen 31 Klassenräume zur Verfügung.
 
Die Klassenräume werden als Unterrichts-und Freizeiträume genutzt. Für ausgewählte Angebote können der Werkraum, die Turnhalle, die Schülerbücherei, die pädagogische Küche, der Computerraum, der Musikraum, die Schulstation und der Schulhof genutzt werden.