Schule 2.0

„Schule 2.0 – Digitale Medien im Unterricht“

"Was muss Schule die Kinder und Jugendlichen über die Nutzung digitaler Medien vermitteln? Wie können (künftige) Lehrkräfte in ihrer Aus- und Weiterbildung besser auf diese Herausforderungen vorbereitet werden? Und nicht zuletzt: Welche Ausstattung brauchen Schulen?" (Zitiert aus der Einladung von Rita Schorpp)

Die Veranstaltung - aus der Reihe "Zukunftsblicke" der Konrad-Adenauer-Stiftung - war mit ca. 150 Personen gut besucht. Nach dem Eingangsvortrag von Björn Schreiber, Referent für Medienbildung bei der Freiwilligen Selbstkontrolle Multimedia-Diensteanbieter (FSM e.V.), stellten sich Hildgard Bentele (MdA, Europa- und schulpolitische Sprecherin der CDU-Fraktion im Abgeordnetenhaus Berlin) und Lutz Seele (Leiter des Otto-Nagel-Gymnasiums, Berlin) kurz vor.

Am meisten drängt es mich über den Beitrag von Lutz Seele zu berichten, der die "Erfolgsgeschichte" des Otto-Nagel-Gymnasiums (ONG) erzählt. Die Abi-Noten seiner Schüler und Schülerinnen können sich sehen lassen. Die Jahrgangsstufen 5 bis 10 sind Laptop-Klassen. Und das ONG ist kreidefrei, denn jeder Raum verfügt über ein interaktives SMART-Board.

Wer bezahlt die ganzen Laptops? Anfangs hat die Schule Laptops gestellt, erzählt er, inzwischen haben sie sich aus mehreren Gründen entschieden, dass jeder Schüler über seinen eigenen (modernen) Laptop verfügen soll. Und die Schüler nehmen die Laptops mit nach Hause. Um die Familien zu unterstützen, die den Schülern keinen Laptop kaufen können, wurde bereits 2003 ein Lernmittelverein gegründet. Die Kinder bekommen einen Laptop für 4 Jahre zur Verfügung gestellt, danach muss der Antrag erneuert werden.

In der Schule wurden sogenannte SELF Gruppen eingerichtet. SELF steht dabei für Schüler-Eltern-Lehrer-Forum. Es handelt sich um zeitlich begrenzte Arbeitsgruppen, in denen sich Schüler, Eltern, Lehrer gemeinsam mit den aktuellen Aufgaben der Schule beschäftigen und gemeinsam Lösungsstrategien entwickeln. Natürlich ging es hier auch um die Fragen der Ausstattung mit digitalen Medien.

Den Besuchern, die den Medieneinsatz in der Schule kritisch sehen, weil die bisherigen Lernformen vernachlässigt würden, entgegnet er ruhig: "Keine Sorge, die Grundtechniken Schreiben, Rechnen, Lesen und Denken werden bei uns - nach wie vor - intensiv eingesetzt".

Die Digitaliserung des ONG ging nicht von heute auf morgen. Es hat viele Jahre gebraucht, um die Schule und die praktizierte Medienbildung auf den heutigen Stand zu bringen.

Für Schulen, die sich jetzt mit Medienbildung und allen damit zusammenhängenden Fragen beschäftigen, ist das ONG ein positives Beispiel einer Entwicklung.

Die Art und Weise, wie Herr Seele über seinen Weg und seine Erfahrungen spricht, habe ich als sehr angenehm empfunden.

Links: http://www.otto-nagel-gymnasium.de/

 

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